Mallorca,

12 Tage Wandern und Erholen, Ende September, Anfang Oktober 2004

Planung und Buchung
Wie immer sehr kurzfristig planten wir unseren (Spät)Sommerurlaub 2004. Obwohl in diesem Jahr wegen der späten Sommer- und frühen Herbstferien die klassische Zwischensaison nur 2 (-3) Wochen war, gab es wirklich tolle kurzfristige Angebote im Fernreisenbereich. Besondere Highlights waren z.B. 2 Wochen gehobene Klasse mit All Inclusive in Kenia oder SriLanka um 600 Euro. Von solchen und auch anderen interessanten Angeboten können Familien, die innerhalb der Ferien in den Urlaub fahren/fliegen müssen, wohl nur träumen.
Da ich Bärbel aber letztlich nicht von einer Fernreise mit entsprechend langer Anreise überzeugen konnte und uns unser Wanderurlaub auf Madeira noch angenehm in Erinnerung geblieben war, schauten wir uns nun vor allem bei den Balearen und Kanaren um. Letztlich blieben uns auch nicht mehr viele Alternativen, da wir uns schon 4 Tage vor unserem Abflugwunsch befanden und die interessanten Fernreiseangebote mittlerweile vergriffen waren.
Besonders verlockend schien mir LaPalma zu sein. Diese Insel ist touristisch nicht ganz so überlaufen wie die anderen Kanaren und soll sehr gute Wandermöglichkeiten bieten. Auch fand ich bei meiner Suche kurzfristig einige Interessante Angebote für schöne Ferienhäuser oder Fincas zu wirklich interessanten Preisen (30-50 Euro pro Tag). Die Entscheidung fiel auf ein besonders günstiges Angebot: Ein freistehendes Ferienhaus auf LaPalma sollte inkl. Mietwagen kurzfristig nur 50 Euro pro Tag kosten. Leider waren dann alle günstigen Flüge vergriffen und nur für den Flug hätten wir dann schon über 400 Euro bezahlen sollen. Das wollten wir dann doch nicht.

Um nicht ganz ohne Flug dazustehen haben wir dann 3 Tage vor Abflug bei Ltur einen Mallorcaflug für 98 Euro gebucht. Dabei muss man bedenken, dass man mehrere Monate im Voraus planen muss, wenn man mit einer „Billigairline“ (Hlx, AirBerlin, GermanWings, …) für 58 nach Mallorca (und zurück) fliegen will. Da der Abflug an einem Sonntag sein sollte, hatte unsere kurzfristige Buchung einen besonderen Nachteil. Wir mussten unsere Tickets am Ltur Schalter im Flughafen abholen. Dieser schließt aber schon um 16 Uhr. Unsere Maschine sollte jedoch erst gegen 21 Uhr starten, so dass wir viel zu früh nach Düsseldorf fahren mussten. Eine Abholung der Tickets in einem Ltur Büro oder am Flughafen Ms/Os war leider nicht möglich.
Vor der Buchung hatte ich noch kurz bei der Hotelsuchmaschine HRS kontrolliert, dass man problemlos günstige Hotels reservieren kann (es gab zu dieser Zeit wirklich supergünstige Angebote wie z.B. 25 Euro p.P. für eine Nacht in einem 3* Hotel mit All Inclusive Verpflegung; ÜF entsprechend günstiger. Und warum sollte man nicht auch auf Mallorca kurzfristig eine günstige Ferienwohnung oder Finca bekommen?

Wir waren vorher erst einmal auf Mallorca. Damals war es ein einwöchiger Pauschalaufenthalt in Cala Ratjada (dazu gibt es keinen eigenen Reisebericht!). Der Ort hatte uns nicht wirklich zugesagt. In der vorwiegend touristischen Retortenstadt gibt es kaum Strand, dafür aber massenhaft Touristen. Zwar liegt neben dem Ort in einem Pinienwald eine wunderschöne und unverbaute Bucht mit einem herrlichen Sandstrand. Hier tummeln sich aber für unseren Geschmack viel zu viele Menschen. Lediglich ab 17/18 Uhr, wenn die Mehrzahl der Touristen zum Abendessen abgewandert sind, kann man die Schönheit dieser Bucht wirklich erkennen.
Der Fremdenverkehrsverein von Cala Ratjada bot mehrmals in der Woche geführte Wanderungen an. Die Teilnahme daran war kostenlos und wir haben gerne davon Gebrauch gemacht. So haben wir zumindest von der näheren Umgebung einige Eindrücke bekommen und konnten uns gut vorstellen mehr und auch an anderen Stellen der Insel zu wandern.

Leider wurde meine Hoffnung auf eine günstige Finca, ein Ferienhaus oder eine Wohnung schnell enttäuscht. Ein vergleichbares Angebot wie das obige auf LaPalma wäre unter 100 Euro pro Tag nicht zu bekommen gewesen. Und eine günstige Ferienwohnung in einem Wohnblock oder ein preiswertes Hotel in einer Touristenhochburg reizte uns auch nicht besonders.
Nicht Balearen/Kanaren erfahrenen Menschen (wie ich es bis vor kurzem noch war) sei hier noch einmal der Begriff „Finca“ erläutert. Ich habe mir vorher darunter immer ein großes, abgelegenes Grundstück vorgestellt, auf dem sich dann ein (Land)haus befindet, auf dem sich der (einzige) Mieter dann in weitgehender Einsamkeit befindet.
In Wirklichkeit ist eine Finca nicht viel anderes als ein landwirtschaftlicher Betrieb. Sicherlich gibt es auch den oben beschriebenen Fall, dass das Gelände nicht mehr bewirtschaftet wird und ein (kleineres) Wohngebäude an einen Touristen vermietet wird. Oft handelt es sich aber um Gebäudeteile, die zu Ferienwohnungen oder Fremdenzimmer umgebaut wurden und letztlich eher einer kleinen Appartementanlage oder einem kleinen Landhotel ähneln. Sie liegen allerdings immer abseits der touristischen Metropolen und sind ohne Mietwagen kaum nutzbar. Einige Reiseveranstalter bieten solche Objekte auch ausschließlich inkl. Mietwagen an.

Letztlich hatten wir viel Glück, dass ich im Internet noch ein tolles Angebot gefunden habe. Dort bot der Besitzer, Herr Dr. Pieper für einen kurzfristig frei gebliebenen Termin sein Ferienhaus/Finca bei Cala Millor an. Nach kurzer Kontaktaufnahme per Email besprachen wir alles telefonisch und wurden uns schnell einig. In der Anlage gibt es zwei Ferienhäuser und ein Gebäude mit mehreren Zimmern. Wir mieteten das sog. Chalet.

Mietwagen
Dazu benötigten wir sinnvoller weise noch einen möglichst günstigen Mietwagen. Herr Pieper hatte mir noch den Tipp gegeben im Internet mit englischen Begriffen zu suchen. Tatsächlich habe ich so günstigere Angebote gefunden, als bei der Suche nach „Autovermietung Mallorca“. Letztlich gebucht haben wir dann über
http://www.carjet.co.uk/ oder http://www.top-car-hire.com einen Ford Ka mit Klimaanlage für ca. 17,50 Euro pro Tag. Dafür brauchte ich im Internet lediglich meine Daten, aber keine Kreditkartenangaben zu machen. Nach Eingabe meines Autowunsches bekam ich eine Bestätigung eines Mietwagenvermittlers, die ich ausgedruckt am Flughafen an einem Extra Schalter abgeben sollte. Irgendwie hat mich das nicht wirklich überzeugt. Was würde passieren, wenn mir bei der eigentlichen Autovermietung gesagt wird, dass sie nichts von mir wissen. Im schlimmsten Fall müsste ich dann vor Ort zu einem wesentlich höheren Preis nachbuchen…

Die Anreise
Wie schon mehrmals parkten wir auch bei diesem mal wieder bei K-Parking am DüsseIdorfer Flughafen. Das hat wie immer hervorragend geklappt.
Der Flug war pünktlich und ohne bemerkenswerte Vorkommnisse. Allerdings habe ich mir abgewöhnt von Fluggesellschaften wie in diesem Fall LTU etwas Besonderes zu erwarten. Die Sitzabstände sind wie gewohnt für Menschen über 190 cm unerträglich eng. Auf der anderen Seite ist bei einer Flugdauer von 1 ¾ Stunden großer Service sicherlich auch nicht notwendig.

Nach pünktlicher Landung begaben wir uns zum Gepäckband. Nur wenige Meter davon entfernt war schon der Schalter der Autovermietung/-vermittlung. Ich gab die ausgedruckte Reservierung ab und bezahlte dann den Mietpreis und die Tankfüllung. Im Gegensatz zu anderen Gegenden scheint es auf Mallorca üblich zu sein, Mietwagen voll getankt zu bekommen und dafür extra zu bezahlen. Abgeben kann man den Wagen (wenn man es denn hinbekommt) dann mit leerem Tank.
Schon an diesem Schalter erfuhren wir, dass wir anstatt des gebuchten Ford Ka einen Ford Focus (natürlich ohne Aufpreis) bekommen würden. Es empfiehlt sich auf jeden Fall den Mietwagen schon in Deutschland zu reservieren. Selbst wenn vor Ort ein Ford Ka vorrätig gewesen wäre, hätten wir dafür direkt auf dem Flughafen min. 30% mehr bezahlen müssen. Für den tatsächlich erhaltenen Ford Focus hätten wir dort sogar ungefähr den doppelten Preis zahlen müssen.

Wir wurden von dem Schalter (mit einer kopierten Wegbeschreibung) zur eigentlichen Autovermietung geschickt, die sich im Erdgeschoss des Parkhauses am Flughafen befindet. Dort bekamen wir dann den Schlüssel und das Auto. Eine von mir festgestellte kleine Beule wollte der Angestellte nicht auf dem Mietvertrag notieren – das wäre kein Problem, da wir ja sowieso Vollkasko hätten.
Im entsprechend größeren Wagen waren unsere Koffer schnell verstaut und los ging es zur unserer Unterkunft.

Tennis Bellavista

Die Anlage liegt vor Cala Millor. Am besten folgt man der guten Ausschilderung nach Manacor (C715), folgt der C715 weiter in Richtung Arta und Son Cevera. Der Weg nach Son Cevera führt dann über einen Abzweig (PM-403). In Son Cevera biegt man ab in Richtung Cala Millor. Nachdem man durch Son Cevera gefahren ist, fährt man am ersten Kreisverkehr in Richtung Porto Christo.
Auf der linken Seite sieht man nun schon die Skyline von Cala Millor. Nach wenigen Minuten liegt das Apparthotel Monte Safari ebenfalls auf der linken Seite. Genau gegenüber geht es rechts zur Anlage Tennis Bellavista. An diesem Abzweig steht auch ein entsprechendes und meist beleuchtetes Schild. Folgt man dieser Ausschilderung, dann fährt man einen Hügel hinauf und nach einer scharfen Rechtskurve zuerst an dem größeren Haupgebäude und dann an dem Chalet vorbei. Am Parkplatz vor dem Restaurant endet dann die Straße.

Da wir keine genaue Vorstellung von unserem Ziel hatten und zudem nachts an kamen, hatten wir leichte Probleme die Anlage und das richtige Gebäude zu finden. Zwar parkten wir letztlich recht schnell vor dem Chalet. Da der Verwalter aber vergessen hatte es absprachegemäß auf zu lassen, waren wir leicht verunsichert und machten uns notgedrungen noch mit der Umgebung vertraut, um ein anderes und offenes Gebäude zu finden.
Nach einem kurzen Anruf (per Handy) kam dann aber Herr Hortian schnell vorbei, öffnete das Chalet und gab uns die Schlüssel.

Auf dem gesamten Gelände von Tennis Bellavista befindet sich ein Restaurant mit Umkleide- und Waschräumen und daneben ist eine Terrasse mit Pool. Durch einen kleinen Weg getrennt befindet sich das Chalet.
Zum Restaurant gehört eine schöne Aussichtsterrasse. Unterhalb davon befinden sich die 5 Tennisplätze. Neben den Tennisplätzen und unterhalb des Chalets befindet sich ein großes Naturgrundstück mit dem Gästehaus, einem größeren Gebäude mit mehreren Zimmern, bzw. Wohnungen und ein großer Garten. Unterhalb der Tennisplätze und dem Garten endet das Grundstück. Dahinter befindet sich eine alte und ungenutzte Bahnstrecke über die man nach Cala Millor gelangt. Oberhalb vom Chalet und Restaurant befindet sich der „Hausberg“, dessen Namen ich nicht kenne. Es ist die höchste Erhebung in der Nähe (ca. 300m) und bietet eine schöne Sicht auf Cala Millor und die Umgebung.

Vor und an einer Seite des Chalets befindet sich eine große Terrasse, die an der Seite überdacht ist. Zusätzlich kann man über eine Treppe auf das Dach gehen und dieses ebenso als Terrasse nutzen.
Im Chalet gibt es einen sehr großen Raum, der durch eine Art Theke in Küche und Wohnzimmer geteilt ist. Alles ist sehr wohnlich eingerichtet und man findet problemlos alles, was man für einen längeren Aufenthalt brauchen könnte. Lediglich eine Spülmaschine könnte der verwöhnte Urlauber vermissen.
Über wenige Treppenstufen kommt man in einen kleinen Flur. In der Mitte davon betritt man das ebenfalls schön ausgestattete Bad (mit Badewanne). Rechts und links befindet sich jeweils ein Schlafzimmer, von denen das eine neben dem Doppelbett auch über ein Zusatzbett verfügt.
Die Einrichtung des Chalets ist zwar erkennbar nicht neu, aber bis auf wenige Ausnahmen in einem sehr guten Zustand. Während unseres Aufenthalts waren z.B. die beiden Lampen in dem einen Schlafzimmer defekt. Ich bin mir aber sicher, dass der Verwalter, Herr Hortian dies schnell behoben hätte. Da wir aber nur zu zweit waren, hat uns das nicht gestört und so haben wir dies gar nicht erst gemeldet.

Insgesamt bietet das Chalet über das Notwendige hinaus viel Komfort und eine gemütliche Atmosphäre für 4-5 Personen. Die Terrasse(n) laden bei schönem Wetter (und davon hatten wir reichlich) zum Faulsein ein und bieten vor allem vom Dach eine schöne Aussicht. Wenn man etwas Glück hat, dann sieht man startende oder landende Heißluftballons oder (das wird wohl eine Besonderheit gewesen sein) die Gorch Fock am Strand vorbeifahren. Leider war von den vielen vorhandenen Liegen nur eine einzige wirklich in Ordnung – aber auch das hat uns nicht gestört.
Schön auch die Möglichkeit den Pool des Restaurants mitbenutzen zu können, was ich gerne spät abends unter dem Sternenhimmel gemacht habe (Taschenlampe mitnehmen, da dann dort keine Beleuchtung mehr ist!).
Das Gästehaus und die anderen Unterkünfte haben wir nur von Außen gesehen und können deshalb nicht mehr dazu sagen.

Obwohl das Restaurant ein quasi Monopol im näheren Umkreis hat, sind die Preise zivil. Einmal pro Woche gibt es ein recht günstiges Barbecue. Montags hat es Ruhetag.
Das Restaurant wird über Tags vor allem von Touristen genutzt, die von Cala Millor auf den Besagten Berg spazieren und hier für ein Getränk und/oder einen Snack einkehren. Natürlich sitzt auch der eine oder andere Tennisspieler nach vollbrachter Leistung hier.
Selbstverständlich kann man die Tennisplätze (gegen Aufpreis) nutzen und sich auf Wunsch auch Tennisstunden geben lassen. Obwohl während unseres Aufenthaltes Vereinsmeisterschaften stattfanden, war es auf dem Gelände meist sehr ruhig. Zu Lärmbelästigungen durch Tennis oder Restaurant kam es niemals.
Lediglich an manchen Tagen knallte es häufig aus irgendeiner Richtung. Wir haben lange gerätselt, was denn das wohl sein könnte, haben es aber nicht herausgefunden (Wenn Sie das wissen, Herr Pieper, dann schreiben Sie mir das doch bitte.).

Den Besitzer der Anlage, Herrn Dr. Pieper, erreichen Sie hier.

Die Umgebung / Cala Millor

Unser erster Spaziergang am ersten Tag führte uns nach Cala Millor. Dieser Ort wird in unserem Reiseführer zu Recht als Touristen Manhatten beschrieben. Der wirklich schöne, lange und breite Sandstrand ist überwiegend mit Liegen und Sonnenschirmen bepflastert. Dazwischen gibt es aber immer kleinere freie Abschnitte. Hinter der Strandpromenade liegen dann sofort große Hotels, die sich in mehreren Reihen in den Ort hineinziehen. Dazwischen befinden sich Geschäfte, Restaurants und Bars. Einkaufs und Unterhaltungsmöglichkeiten gibt es in vielfältiger Anzahl – ruhige Plätze wird man hingegen nicht finden.
Im Fremdenverkehrsbüro (an der Strandpromenade) gibt es wie üblich viele Informationen. Neben den vielen Werbebroschüren bekommt man dort auch eine kleine Karte mit Spaziergängen in der Umgebung. Einer dieser Spaziergänge führt über die stillgelegte Bahnstrecke zu unserer Unterkunft. Dieser Weg führt zwar anfangs an einer stärker befahrenen Straße vorbei, ist aber dennoch ein schöner Einstieg und eher ein Spaziergang als eine Wanderung. Vom Restaurant aus sollte man dann auf jeden Fall noch auf den Berg/Hügel steigen. Man folgt einfach einem der zahlreichen Trampelpfade. Verlaufen kann man sich dort nicht und in weniger als 30 Minuten ist man auch schon auf dem Berg und kann die schöne Aussicht genießen.

Cala Millor ist für uns alles andere als eine schöne Stadt. Und wenn wir vom Berg oder unserer Dachterrasse auf die Skyline geschaut haben, dann haben wir uns immer gefreut, dort nicht wohnen zu müssen. Auch haben wir dort kein einziges Mal den Strand betreten. Wenn wir abends von Wanderungen zurückgekommen sind und noch einmal ins Meer wollten, dann sind wir noch kurz nach Sa Coma an den Strand gefahren, der dann meist recht leer war und der direkt vor dem Strand zahlreiche Parkplätze bietet.
Trotz aller Nachteile bietet die Nähe zu Cala Millor aber auch hervorragende Einkaufsmöglichkeiten. Natürlich sind wir abends auch einmal durch die Einkaufspromenade geschlendert…

Wir haben uns zumeist selbst verpflegt. Die Preise in den Supermärkten liegen auf ähnlichem Niveau wie bei uns. Nachdem wir herausgefunden haben, dass es sich beim Eroski Center nicht um eine riesige SexShop Kette handelt, haben wir dort gerne und preisweit unsere Vorräte aufgefüllt. Aber auch die Preise in vielen Restaurants fanden wir durchaus angemessen und selten überteuert.

Durch unsere guten Erfahrungen mit dem Rother Wanderführer auf Madeira, haben wir uns auch für Mallorca den Wanderführer aus diesem Verlag angeschafft. Auch dabei wurden unsere hohen Erwartungen nicht enttäuscht.
Als Ausgangspunkt für Wanderungen soll der Nordwesten nicht ideal sein. Schließlich befinden sich die meisten der beschriebenen Wanderungen im östlichen Gebirge. Wer vorwiegend Bergwanderungen machen will, der findet in der Region um Soller sicherlich viele attraktive Wanderungen, ohne lange mit dem Auto zu den Ausgangspunkten fahren zu müssen.
Einerseits waren wir aber überhaupt froh so kurzfristig eine so schöne Unterkunft bekommen zu haben. Andererseits haben wir sowieso die verschiedenen Regionen der Insel „abgeklappert“ und sind um diverse Autofahrten sowieso nicht herum gekommen.
Glücklicherweise sind die Hauptverbindungsstraßen auf Mallorca gut ausgebaut und meist nicht allzu voll. So waren die meisten Wanderungen innerhalb von max. 60 Minuten zu erreichen.

Folgende Wanderungen haben wir gemacht. Die im Klammern angegebenen Nummern sind die Routennummern aus dem Rother Wanderführer Mallorca.

Wanderung: CALA MILLOR / SON CERVERA
Bereits oben habe ich unseren „Hausweg“ beschrieben. Auch wenn es für manchen Wanderer nur ein besserer Spaziergang ist, ist es doch einer der wenigen Wege im Nordosten Mallorcas. Aufgrund der kürze des Weges eignet er sich auch für eine etwas längere Unterbrechung bei einer Vorbeifahrt.
Am ersten Kreisverkehr hinter Son Cervera in Richtung Cala Millor nehmen Autofahrer den Abzweig in Richtung der Olympischen Ringe. Direkt an dieser Straße sieht man nach kurzer Zeit auf der linken Seite einen Wall aus dem man bei genauem Hinsehen schon eine Eisenbahnschiene herausragen sieht.
Hier beginnt der Weg über die Schienen. Bei der Tennisanlage verlässt man den Weg rechts und geht an den Plätzen vorbei zum Restaurant. Es sollte nicht schwer fallen einen Pfad auf den Berg zu finden, von dem man dann die schöne Aussicht genießen kann. Nach dem Abstieg kann man dann noch kurz im Restaurant an der Tennisanlage verweilen und geht dann auf gleichem Weg zurück.

Eine leichte Wanderung, die inklusive Pause im Restaurant problemlos in 2 Stunden begangen werden kann. So bleibt genügend Zeit um seine Fahrt fortzusetzen und/oder noch durch die Geschäfte von Cala Millor zu bummeln. Auch könnte man diese Wanderung mit einem Marktbummel in Son Cervera kombinieren, der immer Samstags stattfindet.

Wanderung: PORT DE POLLENCA / Boquer-Tal (39)
Eine einfache Wanderung geht von Port de Pollenca an der Finca Boquer vorbei über einen Vogelkundlerweg durch ein Naturschutzgebiet an eine schöne Bucht. Wenn man mit dem Wagen kommt, dann kann man in der Nähe der Straße zur Finca parken. Von dort ist es nur eine gute Stunde bis zur Bucht.
Der Weg geht überwiegend durch eine heideartige Landschaft in der man teilweise Vogelkundlern mit Stativ und Fotoapparaten sieht.

Die Bucht ist sehr steinig und am Strand leider auch nicht besonders sauber. Zum Schwimmen ist sie jedoch gut geeignet. Lebensmittel sollte man aber nicht alleine auf den Steinen zurücklassen, weil sie dann gerne von den fast zahmen Ziegen geplündert werden könnten. Wie in vielen anderen Buchten sieht man auch hier oft ein oder mehrere Boote vor Anker liegen.

Wanderung: CAP FORMENTOR / EN GOSSALBA (40)
Nach der Besichtigung des Leuchtturmes am Cap Formentor (dem nördlichsten Punkt Mallorcas) bietet sich der kurze Abstieg zu der kleinen Bucht an. Leider bietet der beschilderte, aber kleine Aussichtspunkt auf dem Weg von Pollenca zum Cap nur Parkmöglichkeit für 6-7 Autos. Das hat allerdings auch den Vorteil, dass nicht allzu viele Menschen diese Wanderung unternehmen. In der Kurve ist der kleine abwärts führende Pfad schnell zu erkennen und nach knapp 30 Minuten erreicht man durch einen kleinen Wald die schöne, kleine Bucht. Es ist empfehlenswert diese Wanderung nicht zu spät zu machen, da die Bucht dann im Schatten liegen könnte.

Insgesamt ein einfacher Kurztrip mit schöner Bademöglichkeit.

Wanderung: ALCUDIA / RUNDWEG ÜBER DIE HALBINSEL (41)
Diese Rundwanderung sollte man auf keinen Fall verpassen, obwohl sie aufgrund der 5-6 Stunden Gehzeit recht lang ist. Wer mit dem Auto kommt, der sollte die Wanderung besser bei der Bodega del Sol beginnen. So hat man den Aufstieg zur Eremita am Anfang der Strecke und kann dort seine erste Rast machen.
Der Weg ist sehr abwechslungsreich und der Ausichtspunkt am Penja Rotja unbedingt sehenswert. Er führt erst durch den Wald, aber auch über steinige Pfade und Feldwege. Später kann der Strand am Coll Baix schon von oben gesehen werden und lädt mit schimmernden Blautönen zu einem Bad ein. Allerdings ist der Weg dort hinunter nicht leicht und auch nicht so kurz, wie es der Wanderführer angibt. Am Ende muss man ohne wirklichen Weg über Felsen zum Strand klettern. Wer diesen Abstieg unternimmt, sollte sich unten Zeit für einen etwas längeren Aufenthalt nehmen. Für ein kurzes Bad lohnt vor allem der anschließende, beschwerliche Aufstieg kaum.

Der Rest des Weges führt über Wege und Straßen zum Ausgangspunkt zurück, wo man dann direkt am Ziel einkehren kann.

Wanderung: SANT ELM / KLOSTERRUINE SA TRAPA (4)
Die schöne Wanderung mit herrlichem Ausblick auf die auf die Dracheninsel beginnt beim einem Waldparkplatz. Der Weg dorthin ist nicht befestigt und erweckt nicht den Eindruck zu einem Parkplatz zu führen. Von dort aus kann man (links) zu einem Aussichtsturm (und wieder zurück wandern). Dafür ist mindestens eine Stunde einzuplanen. Der Rundweg geht von hier steil bergauf und bietet immer wieder ein wundervolles Panorama auf die vorgelagerte Illa Dragonera, die tatsächlich wie ein liegender Drache aussieht. Die Wege sind beim Aufstieg teilweise steil und benötigen die volle Aufmerksamkeit. Nachdem die Anhöhe erreicht ist, sieht man hinter dem Hügel schon die Klosterruinen, an denen der Weg vorbeiführt. Über eine befestigte Straße wird ein letzter Anstieg genommen und dann wieder ins Tal zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Vor einer Finca könnte man (im Gegensatz zum Wanderführer) an einem markierten Weg schon eher rechts in den Wald abbiegen. Nach einigen Minuten kommt man dann wieder auf den Weg zum Parkplatz. 2-2,5 Stunden sollte man für diesen Rundweg einplanen.

Wer nun noch Lust hat, der kann im Anschluss an diese Wanderung noch das nahe gelegene Port Andratx besuchen.

Wanderung: KLOSTER LLUC / Um das Puig Roig Massiv (31)
Am Kloster Lluc gibt es diverse Wanderwege und Wanderungen. Die große Tour um den „Roten Felsen“ ist jedoch nur an Sonntagen zu begehen. Dies liegt an der Tatsache, dass der Besitzer der Finca Mossa die benötigten Wege seines Anwesens nur noch am Sonntag für Wanderer öffnet.
Die Tour ist lang und dauert ca. 5-6 Stunden. Die Wege sind teilweise zwar schmal aber größtenteils einfach begehbar. Man kann die Strecke in beide Richtungen begehen. Besondere Varianten oder Abkürzungen gibt es nicht. Bis auf einen anfänglichen Anstieg hält der Weg zumeist die Höhe, so dass man zwar lange, aber recht entspannt wandern kann. Wenn man am frühen morgen losgeht – was aufgrund der Strecke sowieso empfehlenswert ist, dann marschiert man auf einen großen, leicht rötlichen Berg zu und später in seinem Schatten auf der hinteren Seite. Wir sind in Richtung der Finca Mossa gestartet. Diese Richtung wird anscheinend in den meisten Wanderführern angegeben, so dass die Mehrzahl der Wanderer dies tut. Durch einen Steingarten geht man zur Hauptstasse und an dieser Entlang bis zur Finca. Über Feldwege am Hauptgebäude vorbei beginnt bald der steinige Aufstieg, der uns später hinter den Felsen bringt. Der steinige Weg bietet ausreichend Rastmöglichkeiten und Aussichtpunkte. Da wir recht früh losgewandert sind, kamen uns nach ca. 3 Stunden die ersten (von wenigen) Wanderern entgegen. Diese hatten sicherlich deutlich mehr „Gegenverkehr“ als wir. Durch hohes Gras verläuft der Weg dann um den Berg herum in Richtung Ausgangspunkt. Nach der Aussicht auf eine ehemalige Kaserne beginnt ein steiler Abstieg zu einem Feldweg an dem sich 700 Jahre alte Wohnungen befinden, die direkt an den Fels gebaut sind. Der Weg schlängelt sich an alten Olivenbäumen ins Tal. Dort passieren wir eine weitere große Finca und sehen dann schon unser Ziel – das Kreuz von Kloster Lluc. Nachteil der Runde in dieser Richtung ist sicherlich, dass der Weg am Schluss noch einen Anstieg zum Kloster nimmt.

Insgesamt ein sicherlich schöner und auch nicht allzu schwerer Weg. Aufgrund der Länge ist aber einige Kondition nötig. Auch sollte man berücksichtigen, dass es auf dem Weg keine Einkehrmöglichkeit gibt und man ausreichend Getränke mitnehmen sollte.

Wanderung: ARTA / CALA RATJADA / Torre Aubarca – Cala Font Salada (44)
Zu den wenigen Wanderungen im Nordosten der Insel gehört eine sehr schöne Küstenwanderung oberhalb von Arta und unweit von Cala Ratjada. Sie beginnt in der Nähe es Cale Estreta Strand, der zusammen mit einigen anderen Stränden am Ortseingang von Arta ausgeschildert ist. Der Weg bis zur Küste zieht sich noch recht lange hin, zumal die Straße mit zunehmender Dauer immer schlechter wird. Kurz vor dem Ziel teilt sich an einigen Büschen der Weg, um sich später in einer Schleife zu treffen. Da der Ausgangspunkt der Wanderung auf der linken Seite ist, haben wir zuerst diesen Weg gewählt. Hier war die Fahrbahn aber teilweise so sehr beschädigt und teilweise weggerissen, dass wir umkehren und den rechten Weg nehmen mussten. Natürlich hätten wir auch das letzte Stück laufen können – aber dazu waren wir zu faul . So kamen wir zuerst am Cala Estreta Strand vorbei, der teilweise durch eine kleine Bude bewirtschaftet wird. Nach einem linken Bogen sieht man dann schon die kleine Bucht, die den Start- und Zielpunkt der Wanderung darstellt. Auch erkennt man schon einen Weg, der in Wassernähe zur nächsten Bucht führt. Von hier aus sieht man einen recht großen Strand und auch schon den kleinen Wachturm, den man besichtigen und besteigen und von dem man schon einen großen Teil des Hinweges sehen kann. An dem Wachturm geht ein Feldweg links in ein Kiefernwäldchen hinein. Geradeaus führt der Weg weiter über Felsen an der Küste entlang. Je nachdem, wie man sich entscheidet, ist einer der beiden Wege der Hin-, der andere der Rückweg. Wir gingen (wie im Reiseführer beschrieben) zuerst an der Küste entlang. Nach einem kurzen Abstieg geht es meist über felsiges Gelände weiter. Schön anzusehen ist an machen Stellen die rötliche Färbung des Gesteins. Bei Sonnenschein leuchtet das Meer in diversen kleinen Buchten in den schönsten Blautönen. Leider bieten sich diese aber nicht für ein Bad an, da der Abstieg zu steil und gefährlich wäre.

Nach einiger Zeit erreicht man aber einen wunderschönen, einsamen Strand, den Cala Font Salada, der endlich zu einem wohlverdienten Bad einlädt. Ob wir besonderes Glück hatten, dass wir hier völlig alleine waren oder mangels Anfahrtsmöglichkeit dort immer so wenig Menschen sind, wissen wir nicht.
Hinter diesem Strand kommen wir sofort auf einen gut ausgebauten Weg, dem wir links folgen und der uns an einer Ruine vorbei an eine kleine Kreuzung bringt. Der linke Abzweig bringt uns zurück zum Turm und dann auf dem bereits bekannten Weg zurück.

Insgesamt ein nicht allzu schwerer Rundweg, der ohne Pause in ca. 3 Stunden zu bewältigen ist. Es muss nur verhältnismäßig wenig auf- und abgestiegen werden. Besondere Kondition ist deshalb nicht erforderlich. In der Hauptsaison kann man ggf. am Cala Estreta Strand zu einem Getränk oder Snack einkehren. Für den Anfahrtsweg sollte man etwas mehr Zeit einkalkulieren, da man hier teilweise nur im Schritttempo fahren kann.

Wanderung: GROSSE RUNDE UM VALDEMOSSA (13)
Der lohnende Weg führt über einen Reitweg, der für den Erzherzog Ludwig Salvator gebaut wurde. Wenn man jedoch über die teilweise steilen und befestigten Wege wandert, fällt es schwer sich ein Pferd und Reiter auf diesem Pfad vorzustellen.

Diese Wanderung bietet steile Anstiege, Wald, diverse Ruinen, eine Felsenkapelle, einen imposanten Höhenweg über einen Bergrücken, jede Menge schöne Aussicht und beim Abstieg über eine steile Straße alte Köhlerstellen.
Selbst wenn man den Abstecher auf den Gipfel des Teix auslässt, liegen mit diesem Rundweg anstrengende, aber höchst abwechslungsreiche gut 5 Stunden vor dem Wanderer.
Dabei sollte man berücksichtigen, dass man auf jeden Fall noch einige Zeit für einen Bummel durch das schöne Valdemossa einplanen sollte. Dabei sollte man auch unbedingt den etwas tiefer gelegenen Teil der Ortschaft besuchen. Die kleinen Gassen und Häuser sind alle mit Bildern und Blumen geschmückt.

Wer danach noch Zeit hat sollte noch das kleine Kloster auf dem Weg von Valdemossa nach Deia besuchen. Nach 2-3 Kilometern auf dieser Straße befindet sich nach einer Linkskurve auf der rechten Seite ein Restaurant mit einer Bushaltestelle. Auf der gegenüberliegenden Seite geht ein schmaler Weg den Berg hinauf, der nach länger Zeit durch eine sehr enge Einfahrt in den Hof des kleinen Klosters führt.

Ausflug: PALMA – BUNYOLA – SOLLER / DER ROTE BLITZ
Von Palma fährt der „rote Blitz“. Eine Eisenbahnlinie, die vor allem im hinteren Streckenverlauf durch diverse Tunnel nach Soller führt. Auch wenn die Züge nicht wirklich rot sind und die Innenausstattung eher schlicht nach öffentlichem Nahverkehr aussieht, gehört eine Fahrt mit dieser Eisenbahnlinie zu einem Mallorcabesuch fast dazu. Allerdings empfehle ich die Eisenbahnfahrt in Bunyola zu beginnen und sich diesen schönen Ort vorher noch anzusehen. In Bunyola beginnt auch ein viel versprechender Rundweg (19), der jedoch auch schon mit 4-5 Stunden angegeben ist.
Die Eisenbahnfahrt von Palma bis Bunyola ist weniger spektakulär und beim Start von Bunyola kostet die Fahrt natürlich auch nur ca. die Hälfte. Auch ist der Bahnhof von Bunyola weit aus schöner als der Sackbahnhof in Palma. In Soller kann man nach einem Stadtbummel noch mit der Straßenbahn nach Port de Soller fahren und die Hafengegend erkunden.

In Palma sind wir vor unserem Abflug (abends) noch einen halben Tag durch die Stadt geschlendert. Neben vielen Geschäften und Sehenswürdigkeiten sind uns auch die interessant designten Abfallboxen aufgefallen.

Wetter
9 Tage Regen, 23 Grad Luft und 21 Grad Wasser verspricht die Klimatabelle für den Oktober. Wir hatten das Glück den wärmsten Oktober seit Aufzeichnung von Wetterdaten auf Mallorca erleben zu dürfen. In den ersten Oktobertagen wurde mehrfach ein Temperaturrekord aufgestellt – der nun auf 32 Grad steht. Wolken haben wir in unseren 2 Wochen kaum gesehen. Die Wassertemparatur lag noch bei ca. 25 Grad. Insgesamt also ein absolutes Traumwetter.

Leider war unser Urlaub nun aber schon zu Ende. Natürlich bietet Mallorca noch viele weitere attraktive Ziele und Wanderungen, die wir uns für den nächsten Besuch aufheben mussten.

Insgesamt  sind wir in den  12 Tagen ca. 1200 km gefahren – zumeist auf sehr gut ausgebauten Straßen. Es ist uns wahrscheinlich auch recht gut gelungen den Wagen mit fast leerem Tank zurückzugeben. Die Rückgabe befindet sich ebenfalls im Erdgeschoß des Parkhauses am Flughafen ein einer separaten Einfahrt. Achtung: Durch die normale Einfahrt kommt man nur in den öffentlichen Teil des Parkhauses und muss bei der Ausfahrt auch bezahlen.
Die Abgabe war tatsächlich völlig simpel: Schlüssel abgeben und fertig. Das Auto wurde überhaupt nicht angesehen oder kontrolliert. Der Spruch bei der Abholung („kein Problem – Vollkasko“) traf also zu…

Wenn Euch dieser Bericht gefallen/ geholfen hat, dann freue ich mich über einen Eintrag in meinem Gästebuch. Fragen oder Fehlermeldungen bitte per Email!

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