Lupo

Mein Lupo 1,2 TDI 3l

Ende August 2016 hat mein Lupo die 300.000km Marke überschritten!

Zu den später beschriebenen Ereignissen (nach 150 Taused) hat sich glücklicherweise wenig Negatives ereignet:
Neue Reifen, Bremse hinten, ein weiterer Druckbehältertausch und eine Feder waren keine große Sache. So fahre ich z.B. immer noch mit der ersten Batterie und dem ersten Auspuff...
Auch hat sich der Verbrauch nicht verschlechtert, was man der Verbrauchstabelle entnehmen kann Erfreulich: Die bereits früh gewechselten Radlager halten nun gut - anscheinend war die Erstausstattung von VW minderwertig!

tacho300311 Tausen km möchte ich auf jeden Fall noch erreiche, denn dann bin ich selber 300.00km mit dem Lupo gefahren.

lupo300000k

Auch wenn das obige Bild meinen Lupomit genau 300.000km zeigt, sieht dieser ini der Realität mangels Pflege doch deutlich mitgenommener aus. Autowäsche gibt es max. alle 1-2 Jahre und auch im Innenraum sieht es sehr unaufgeräumt aus. Dazu kommt dann noch ein Wildschaden den ich (trotz entsprechender Versicherung) nicht habe beseitigen lassen.
Wichtig ist mir aber auch nur die Zuverlässigkeit und da bin ich mit meinem Lupo weiterhin sehr zufrieden!

Aktuell hat mein Lupo über 150.000 km auf dem Buckel.
Somit ist es an der Zeit meine Erfahrungen zu verschiedenen Punkten zu aktualisieren und mein Fazit zu überarbeiten

Warum ein Lupo 3l
Nachdem mir mein „schöner“ und zuverlässiger Toyota Carina an die Leitplanke gedrängt wurde, musste ein neuer oder zumindest ein anderer Wagen her. Dies musste auch relativ schnell passieren.
Da sich der Neukauf des Carinas mit der 11 jährigen Nutzung auch finanziell als durchaus sinnvoll erwiesen hatte, wollte ich eigentlich wieder einen Neuwagen kaufen. Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen Gebrauchte. Da ich aber wenig Ahnung von Autos habe, kann ich Neuwagen einfach am besten auf Ihren allgemeinen Zustand hin beurteilen. Da ich außerdem von der gegnerischen Versicherung noch etwas Geld für den zerstörten Carina bekam, war ich durchaus bereit um 10.000 Euro auszugeben.

lupoVor allem waren mir Verbrauch und Preis wichtig. Da ich mein Auto aber vorwiegend als Zweisitzer mit Ladefläche benutze, sollte es bei umgeklappter Rückbank keine Einschränkung für den Fahrerplatz geben und der Fahrersitz für mich auch dann noch weit genug nach hinten verschiebbar sein. Dieser Wunsch erwies sich als absolutes ko-Kriterium für einige, ansonsten durchaus interessante Autos, wie vor allem den Skoda Fabia und den VW Polo. Letztlich freundete ich mich mit dem Seat Arosa an - also das mit dem VW Lupo baugleiche Fahrzeug, den es allerdings nicht als 3L Variante gab. Der VW Lupo kam deshalb weniger in Frage, weil er klar teurer als der Skoda war. Die in der Grundausstattung fast 15.000 Euro teure 3l Variante spielte in meinen Überlegungen keine Rolle.
Den Arosa gab es als SDI Diesel bei EU Importeuren im Internet bereits ab 10.000 Euro und auch der etwas leistungsstärkere TDI, der dennoch keinen höheren Verbrauch haben sollte, wurde dort ab ca. 11.000 angeboten, was jeweils natürlich deutlich unter den „normalen“ Preisen lag.

Leider musste ich erfahren, dass ausnahmslos alle Internetanbieter immer dann, wenn es konkret wurde, kurzfristig nicht liefern konnten und von mindestens 2-3 Monaten Lieferzeit sprachen, ohne die aber schriftlich zusichern zu wollen. Dies traf übrigens auch auf die Händler zu, die ausdrücklich Lagerfahrzeuge angeboten hatten. Kurzfristig wurde mir als (angeblich) gleichwertigem Diesel Fahrzeug lediglich mehrfach der Smart angeboten, der jedoch lediglich ein 2 Sitzer mit wenig Kofferraum und für mich mit dem Arosa/Lupo kaum vergleichbar ist.
Angebote des VW Lupo waren teurer und gebrauchte Angebote beider Modelle gab es im Umkreis von 100-200km nicht.

Aufgrund des kleineres Motors und der geringeren Leistung des Lupo 3L tauchte dieser in meinen Internetrecherchen natürlich nie auf. Aufgrund des höheren Preises war dies ja durchaus auch gewollt.
Als ich dann mangels Alternative doch auch einmal nach dem 3 Liter Lupo suchte, bestätigte sich meine Erwartung fast vollständig. Er war sowohl neu, also auch gebraucht fast immer zu teuer. Lediglich das Münsteraner Autohaus Knubel bot mehrere dieser Modelle recht günstig an. Wie ich später erfuhr waren diese von einer Bestellung Lottozentrale nicht abgerufen worden. Bei einer Sonderauslosung sind wohl nicht alle der (ich glaube es waren) 30 Lupos gewonnen oder abgeholt worden. Diese hat dann das Autohaus erst einmal selber genutzt und nach ungefähr einem Jahr angeboten.
Letztlich bekam ich so meinen 1 Jahr alten  Lupo 1.2l TDI 3l mit einer Fahrleistung von gut 10.000km für 10.500 Euro und dazu noch einen kleinen blauen Kühlschrank mit Zigarettenanzünderanschluss, wobei ich zumindest letztere Zugabe einem Bekannter erdanke, der zu dieser Zeit bei der Warendorfer Filiale arbeitete.

Pflanzenöl / Biodiesel / Diesel
Vom ersten Tag an tanke ich hauptsächlich Biodiesel. Im Sommer mische ich häufig mit Rapsöl vom Discounter oder fahre auch pures Pflanzenöl. Im Winter mische ich seltener und fahre natürlich nie reines Rapsöl. Diesel habe ich in den vergangenen Jahren nur dann getankt, wenn keine andere Tankmöglichkeit in der Nähe war – und das war sehr selten der Fall.
Mein Lupo 3L befindet sich natürlich weiterhin im Serienzustand. Irgendwelche Umbauten wegen der Pflanzenölnutzung habe ich nicht vorgenommen.

Mitte 2008 stieg der Spritpreis auf ein bisheriges Allzeithoch. Kurzzeitig war Diesel sogar teurer als  Super, welches mit über 1,50 seinen Höchststand erreichte als der Rohölpreis mit gut 150 US$ pro Barrel seinen Höchststand erreichte. Im gleichen Jahr noch sank der Rohölpreis wieder unter 50 US$ und der Dieselpreis bis knapp unter 1 Euro. Da Pflanzenöl und Biodiesel nicht entsprechend mitsanken, tanke ich seit dem Herbst 2008 erstmals fast ausschließlich “normalen” Diesel Kraftstoff. Vor der Nachteile habe ich seit dem aber nicht erkennen können...
Da auch 2009 der Rohöl- und Dieselpreis weiter relativ niedrig war (Rohöl, 60-70 US$, Diesel 1 - 1,10€) und dadurch  Biodiesel kaum günstiger angeboten wurde, haben zahlreiche Tankstellen in unserer Region Biodiesel komplett abgeschafft. In Hilter habe ich jedoch eine Tankstelle gefunden, die 2008/2009 Biodiesel zwischen knapp unter/über einem Euro angeboten hat. Hier habe ich meist getankt, zwischendurch aber immer wieder auch mal normales Diesel. Außerdem hatte ich immer noch einen Rest Pflanzenöl von einer Netto Neueröffnung (80ct/l). Dieses war aber im Sommer 2009 aufgebraucht. Der Planzenölpreis fiel zwar Anfang 2009 auf 1,19€/l, was im Vergleich zu (Bio)Diesel uninteressant hoch war.
Auch durch diesen häufigeren Wechsel zwischen den verschiedenen Kraftstoffarten habe ich bisher keine Probleme erkennen können.

Arten und Preise von Pflanzenöl
lupoDas preiswerteste Pflanzenöl ist üblicherweise Rapsöl. Gibt es im Supermarkt auch Sonnenblumen-, Oliven oder was weiß ich für andere Speiseölsorten, wird an Tankstellen ausschließlich Rapsöl, bzw. Biodiesel aus Rapsöl angeboten.
Kostete preiswertes Pflanzenöl zu DM Zeiten noch unter 1DM pro Liter, musste ich 2002 nach der Anschaffung meines Lupos dafür schon knappe 70ct auf den Discountertisch legen. Billigere Alternativen fand ich damals nicht. Der Einkauf im Großhandel war nicht günstiger, Im Ausland waren die Preise ähnlich und eine Ölmühle gab es nicht in erreichbarer Nähe.

Vor allem in den letzten Jahren (von 2006 – 2008) ist die Nachfrage nach Rapsöl stark angestiegen. Dies liegt wohl weniger an der zunehmenden privaten Biodiesel, bzw. Pflanzenöl Fahrer, sondern vor allem an der gesetzlichen Beimengungspflicht von Rapsöl im konventionellen Diesel.
Dies hat den Preis kontinuierlich steigen lassen. 2006 stieg er von 75 auf 79ct. Anfang 2007 waren es bereits 85ct und Ende 2007/Anfang 2008 sind es schon 99 Cent pro Liter.

Anfang 2007 war Pflanzenöl in den Niederlanden übrigens deutlich günstiger als bei uns. Beim dortigen Aldi gab es zu dieser Zeit Sonnenblumenöl für 69ct, beim Plus sogar Maisöl (aus genmanipuliertem Mais) für 59ct/l. Dummerweise hatte vor allem Plus dieses Öl nicht in ganzen Kisten vorrätig.

Natürlich kann man auch Rapsöl direkt bei einer Ölmühle kaufen. Leider ist der nächste Landwirt, der auf seinem Hof selber Rapsöl presst, zu weit von meinem Wohnort entfernt. Die Fahrt für eine Tankfüllung lohnt da nicht und die Möglichkeit 200-300l mitzubringen scheitert an Transport und Lagermöglichkeit.

Durch die Weltweite große Nachfrage nach Treibstoffen und sicherlich auch durch die heftigen Spekulationen an den entsprechenden Börsen stieg im Laufe des Jahres 2008 nicht nur der Rohölpreis fast täglich auf neue Rekordhöhen. Auch der Pflanzenölpreis stieg in nur 3 Monaten von ca. 1 Euro auf fast 1,50 Euro pro Liter und machte diese Alternative für das Tanken entsprechend uninteressant.
Im Gegensatz zum stark fallenden Röhoöpreis und den dadurch ebenfalls fallenden deutlich nachlassenden Spritpreisen ab dem  2. Halbjahr 2008 blieb der Pflanzenölpreis lange auf stabil hohem Niveau und wurde erst Anfang 2009 wieder auf immer noch recht hohe 1,30 Euro pro Liter gesenkt was zu dieser Zeit deutlich über dem Dieselpreis lag.

Biodieselpreis(wucher)
In den ersten Jahren nach meinem 3l Lupo Kauf war der Biodieselpreis recht niedrig und lag bei gut 70 ct. pro Liter. Deshalb bin ich auch nicht sehr regelmäßig auf die unpraktische Tankbefüllung mit 1l Pflanzenölflaschen ausgewichen. Natürlich konnte Biodiesel auch deshalb so günstig angeboten werden, weil es (außer Mehrwertsteuer) vollkommen Steuerbefreit war.
Ein besonderes Ärgernis war in dieser Zeit für mich die ungerechtfertigte Erhöhung. Schließlich war der Rohstoff (Rapsöl) anscheinend nicht teurer geworden, denn Pflanzenöl blieb bis 2006 preisstabil. Auch ist die Herstellung von Biodiesel in dieser Zeit sicherlich weder aufwendiger, noch teurer geworden.
Dass die Mineralölkonzerne den Biodieselpreis aber mit den Benzin/Dieselpreisen konstant erhöht haben, war absolut nicht zu rechtfertigen.
Es mag verständlich gewesen sein, dass Benzin und Diesel aufgrund des gestiegenen Ölpreises dieser Zeit tatsächlich um ca. 30 ct/l teurer geworden ist. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass in diesen 30ct Mineralöl- und Mehrwertsteuer von ca. 23ct stecken und somit lediglich eine effektive Erhöhung von  7ct übrig bleibt.
Biodiesel wurde nun aber ebenfalls um knapp 30ct angehoben. Da darin lediglich die Mehrwertsteuer von ca. 5ct enthalten waren, steckten sich hier die Konzerne satte 25 zusätzlichen Gewinn in die Tasche. Das war absolut nicht nachvollziehbar und ärgert mich selbst jetzt noch maßlos.

lupoAls dann Ende 2006 die erste Stufe der Mineralölbesteuerung auf Biodiesel wirksam wurde, hat das die Preise, die zum Jahreswechsel auf 2007 um 1€/l lagen, nicht beeinflusst. Hier war also klar zu erkennen, dass die Hersteller diese 6ct Steuern problemlos durch den hohen Gewinn auffangen konnten, bzw. diese Erhöhnung schon lange vorher einkalkuliert hatten.

2007 schoss der Ölpreis in bisher ungeahnte Höhen. Mit Höchstpreisen von über 100 US$ pro Barrel hatte er sich in weniger als 2 Jahren verdoppelt. Auch wenn der Euro im Verhältnis zum Dollar stark gewann, stiegen auch Benzin und Dieselpreise massiv an, wobei Diesel erstmals die 1,30€ pro Liter erreichte. Da lt. Pressemeldungen mittlerweile auch die Nachfrage an Rapsöl das Angebot übersteigt, sind in diesem Jahr die Biodieselpreise mit gestiegen und liegen Anfang 2008 je nach Tankstelle zwischen knapp 1,20€ und 1,30€.

Leistung mit Pflanzenöl / Biodiesel
Ich fahre meinen Lupo immer im Eco Modus und zu einem großen Anteil besteht mein Fahrprofil aus Strecken bis zu 25km Länge. Da ich dabei auch recht defensiv und eher langsam fahre, fällt mir kein Unterschied zwischen den verschiedenen Treibstoffarten auf.
Bei etwas zügigeren Autobahnfahrten scheint mir die Leistung mit reinem Pflanzenöl etwas geringer zu sein. Dies ist mir zumindest bei Beschleunigungen vor allem bei Anstiegen so vorgekommen. Es ist aber durchaus auch möglich, dass dies mit der Außentemperatur zu tun hatte.
Ansonsten hat die geringere Leistung eher mit den Temperaturen zu tun.

Pflanzenöl bei geringen Temperaturen
Pflanzenöl ist dichter/zähflüssiger als Biodiesel. Diesel ist am „flüssigsten“. Dabei ist Rapsöl immerhin noch dünnflüssiger als Sonnenblumen oder Maisöl.
Diese Eigenschaft wird natürlich durch die Temperatur beeinflusst: Je kälter, desto zäher wird der Kraftstoff. Fahrzeugumbauten zum dauerhaften Einsatz von Pflanzenöl wärmen deshalb das Öl vorher auf. Mein Serienlupo muss natürlich ohne solche Hilfen auskommen.
Bei Temperaturen über 10 Grad habe ich beim Anspringen und Fahren mit reinem Pflanzenöl keine Probleme feststellen können. Es kann jedoch sein, dass der Motor bei 10-15 Grad kaltem Öl nicht seine volle Leistung entfalten kann.

An einem Morgen habe ich (zwangsweise) eine Rapsölfahrt bei unter 5 Grad Außentemperatur machen müssen. Mein Wagen sprang nur sehr schleppend an und wollte dann kaum beschleunigen. Nach ca. 500m Vollgas kam ich gerade mal auf gut 30 km/h. Auf den folgenden 7km fast flacher Strecke fuhr ich ebenfalls ständig mit Vollgas. Mehr als gut 50 km/h waren aber nicht zu erreichen und selbst kleinste Anstiege, die beim normalen Fahren nicht einmal als solche zu erkennen waren, machten meinem Wägelchen schwer zu schaffen. Im nächsten Ort habe ich dann Diesel zugetankt und konnte anschließend problemlos und normal weiterfahren.
Später ist es mir schon einmal passiert, dass ich bei gut 10 Grad Außentemperatur kaum einen kleinen Hügel hochgekommen bin. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass Sonnenblumenöl dicker als Rapsöl ist und ohne Umbau wohl besser nur über 15 Grad benutzt werden sollte.
30% Pflanzenölzusatz (egal, ob zu Biodiesel oder Diesel) würde ich im Winter bei tiefen Temperaturen für problemlos halten. Aber auch 50% sind durchaus machbar.

Wartung / Reparaturen
lupoSeitdem ich meinen Lupo (als Jahreswagen mit gut 10.000km) gekauft habe, hat er keine VW Werkstatt und keinen original VW Service mehr gesehen. Ich fahre seit Jahren zur Werkstatt meines Vertrauens (Metker und Jakob in Bad Iburg) und bin damit bisher sehr gut gefahren.
Bis auf meist etwas verspätete Ölwechsel und neue Winter- und Sommerreifen in 2005 hatte ich bis auf eine Ausnahme keine Werkstattaufenthalte:
Bei 60.000 km ging ein Radlager kaputt und machte sich beim Fahren mit sehr lauten Geräuschen bemerkbar. Hätte ich ein komplett ausgefülltes Wartungsheft vorweisen können, wäre ein Kulanzantrag bei VW möglich gewesen. Normalerweise sollte ein Radlager eine weitaus längere Laufleistung haben. So habe ich die Reparatur (ca. 100 Euro) selber bezahlen müssen.
Dass es bei der Hauptuntersuchung („Tüv“) keine Probleme gab, sollte für ein Auto dieses Alters sowieso selbstverständlich sein.
2006 knackte ich die 100.000km Marke und lies den Zahnriemen wechseln.
2007 waren dann neue Bremsbeläge fällig.

Mängel / Elektronik
Im Vergleich zu meinem alten Carina (BJ 1990) ist ein 3L Lupo mit Elektronik vollgestopft. Dass dies sich in einer erhöhten Fehleranfälligkeit bemerkbar machen kann, ist ein grundsätzliches Problem heutiger Autos.
Auch bei meinem Lupo habe ich diesbezüglich schon einige kleinere Erfahrungen gemacht. Glücklicherweise ist es aber bisher bei Kleinigkeiten geblieben. Einige Male ging ein Teil der Innenbeleuchtung nicht an und einmal wollte der Wagen gar nicht anspringen. Diese Phänomene haben sich bisher aber immer schnell wieder von alleine erledigt.
Mittlerweile hat die Beleuchtung der Heizungsregler im Innenraum einen Wackelkontakt. Auswechseln werde ich die aber wohl nicht. Wahrscheinlich muss man dafür den halben Wagen auseinander bauen.

Anspringpause, Schaltprobleme und der Druckspeicher
Im Herbst 2008 passierte es mir zum ersten Mal, dass mein Lupo nach kurzer Fahrzeit nicht mehr schalten wollte. Er blieb einfach in dem aktuellen Gang und auch der Versuch mit Tipptronic manuell einen anderen Gang einzulegen scheiterte. Erst nach Anhalten, Motor aus – und wieder einschalten funktionierte die Schaltung wieder normal.
Dieses Problem trat dann in unregelmäßigen Abständen erneut auf – allerdings so selten, dass ich noch nicht einmal eine indirekte Ursache erkennen konnte und mich einfach damit abgefunden habe.
Zusätzlich dauerte es manchmal beim morgendlichen Start des Lupos relativ lange bis nach Drehen des Schlüssels  der Wagen ansprang und dabei die ersten Sekunden wie tot wirkte. Diese beiden Fehler/Phänomene habe ich aber nicht sofort miteinander in Verbindung gebracht.

Nach und nach musste ich feststellen, dass diese Probleme bei zunehmender Kälte häufiger auftraten und im Winter anfangs zu einem fast täglichen Begleiter wurde und bei den wirklich frostigen Temperaturen dieses Jahres dann oft auch zweimal pro Fahrt auftraten. Irgendwann wusste ich bei meinen täglichen Fahrten schon ungefähr, wann das Schaltungsproblem auftrat. Nach zweimaligem Auftreten und jeweiligem Neustart lief mein Lupo dann aber auch bei längeren Fahrten problemlos.
Natürlich war dieser Mangel insgesamt mehr als lästig und auf Dauer nicht zu ertragen. Dennoch habe ich mich relativ lange damit herumgeschlagen, weil die Tatsache, dass ein Neustart des Lupos diesen Fehler immer behoben hat, ein vermutlich nicht ganz billig zu beseitigendes Elektronikproblem befürchten lies.

Irgendwann habe ich mich dann doch durchgerungen die (freie) Werkstatt meines Vertrauens aufzusuchen. Das auslesen des Fehlerspeichers ergab folgendes ernüchterndes Ergebnis bei der Steuergeräte Diagnose (VW autom. Schaltgetriebe DS085 Fehlerspeicher):
          0107 unbekannter Fehler
          FF10 unbekannter Fehler
          0431 Drucksystem Kupplung Fehlerhaft
Damit konnte meine Werkstatt auf Anhieb wenig anfangen und wollte sich (auch bei VW) nach einer Analyse erkunden. Natürlich gab es auch noch die kleine Hoffnung, dass alleine das Löschen des Fehlerspeichers eine positive Wirkung hat. Letzteres war leider nicht der Fall. Der Fehler war schnell wieder da, wobei nach zwei Tagen allerdings nur die letzte Fehlermeldung (0431) erneut im Fehlerspeicher stand.
Gleichzeitig habe ich mich im Internet auf Suche gemacht und in einem sehr guten Internetforum (www.motor-talk.de) den Tipp gefunden, dass solche Probleme oft auf Undichtigkeiten des Druckspeichers (auch „Bombe“ genannt) und/oder einfach nur auf fehlende Hydraulikflüssigkeit.

Also habe ich beschlossen dies einfach einmal zu probieren und meiner Werkstatt den Auftrag gegeben den Druckspeicher zu wechseln und die Hydraulikflüssigkeit zu prüfen/ggf. nachzufüllen und habe das nicht bereut. Die teilweise mehrere Sekunden dauernde Pause vor dem Anspringen ist genau so verschwunden wie die Schaltprobleme und ich bin mit meinem Lupo wieder völlig glücklich! Dazu trägt natürlich auch bei, dass mich diese Reparatur letztlich nur 60 Euro gekostet hat.

Radioprobleme
Grundsätzlich hat es mich von Beginn an gestört, dass mein Blaupunkt Autoradio im Eco Modus beim automatischen Start (nach Loslassen der Bremse) kurz ausgeht. Dies ist nervend und aufgrund anderer Berichte ein Problem einer bestimmten Baureihe der Lupos. Man könnte dieses Problem durchaus beheben, was jedoch recht aufwendig gewesen wäre
Aus Faulheit und Bequemlichkeit habe ich mich letztlich nicht weiter darum gekümmert und mich (fast) daran gewöhnt.
Bei meiner aktuellen Suche nach einem neuen Radio (mit SD/USB) habe ich festgestellt, dass das genannte Problem bei anderen Radios nicht unbedingt auftritt.

Service und Reparaturen
Im Gegensatz zum Tanken ist meine Buchführung hier nicht ganz so präzise. Insofern sind folgende Angaben nur als Anhaltspunkte anzusehen.
Zweimal im Jahr lass ich in meiner freien Werkstatt die Winter-/Sommerreifen tauschen. Dabei wird normalerweise sonst nichts gemacht. Lediglich einmal wurden in diesem Zusammenhang die Bremsbeläge ausgewechselt.
Ansonsten fahre ich lediglich alle 2 Jahre zur technischen Hauptuntersuchung (TÜV/DEKRA/...) und lasse in diesem Zusammenhang auch den Ölwechsel machen.
Irgendwelche “vorgeschriebenen” Wartungen oder Inspektionen habe ich von Anfang an nicht durchführen lassen!

ca. 40.000 km neue Sommerreifen
ca. 60.000 km Radlager vorne rechts (100 Euro)
ca. 100.000 km neue Sommerreifen, neuer Zahnriemen, Öl, Ölfilter, TÜV/ASU (ca. 900 Euro)
ca. 125.000 km neue Bremsbeläge
ca. 155.000 km Druckspeicher gewechselt u. Hydrauliköl nachgefüllt (60 Euro)

Fazit nach selbst gefahrenen 150.000km (Tacho 160.000)
Der Verbrauch ist gering, wenn auch die 3,0l/100km trotz größter Bemühungen für mich im Schnitt unmöglich sind. Die Zuverlässigkeit ist hoch und die sonstigen Nebenkosten hielten sich bisher im Rahmen. Als Zweisitzer mit großem Laderaum (meine Rückbank ist praktisch immer umgelegt) bin ich mit dem Platzangebot mehr als zufrieden. Fahrleistungen und Fahrverhalten sind für mich absolut ausreichend. Allerdings ist nachvollziehbar, dass der Lupo ein Modelljahr später serienmäßig mit ESP geliefert wurde. Für meine täglichen Fahrten (meist um 25 km) ist aber auch mein Lupo mehr als ausreichend. Aber auch eine 1000km Fahrt in den Skiurlaub (2 Personen inkl. kompletter Ausrüstung war problemlos möglich.

Insofern bin ich mit meinem 3L Lupo sehr zufrieden und wünsche mir, dass er mir noch einige weitere Jahre mit derselben Zuverlässigkeit erhalten bleibt.
Wenn ich heute (2009) einen anderen Wagen kaufen müsste, dann träfe meine Wahl wohl auf den Fiat Panda mit Erdgas (und Benzin).