Canon Powershot A630

Testbericht 3/2007

Äußerliches

Canon Powershot A630 von vorne (aus)Die Canon PS A630 ist eine sehr gut verarbeitete Kompaktkamera, die aufgrund ihrer Maße von knapp 11*7*5cm ist sie zwar nicht riesig, kann aber vor allem bei der Dicke mit den extra kleinen Designkameras nicht mithalten. Diese sind manchmal mit gut 2 cm nur halb so dick, können es aber weder in Ausstattung, noch Bildqualität mit der A630 aufnehmen.
Durch die 4 Batterien/Akkus steigt das Gewicht der Canon auf 344g. Rechnet man 4 Ersatzakkus dazu, muss man mit ca. 450g das doppelte Gewicht eines ultrakompakten Leichtgewichts mit sich „schleppen“. Dafür erhält man allerdings einen erheblichen Mehrwert, der einer Spiegelreflexkamera durchaus nahe kommt.

A630 von hinten (aus)Das silberne Gehäuse ist zwar überwiegend aus Kunststoff gefertigt, macht aber dennoch einen hochwertigen und robusten Eindruck. Auffälligstes äußerliches Merkmal ist sicherlich das 2,5“ Klappdisplay, das z.B. Überkopfaufnahmen oder Selbstportraits zu einem Kinderspiel macht. Zwar hat das Display „nur“ gut 110.000 Punkte, ist aber dennoch scharf und keinesfalls pixelig. Obwohl es keine Helligkeitseinstellung gibt, ist es sowohl im Dunkeln, als auch bei Sonne gut ablesbar.
Wenn man das Display dreht und ans Gehäuse klappt, ist es nicht nur für den Transport, sondern auch bei Aufnahmen mit dem Sucher gut geschützt.
Der Sucher ist ausreichend hell, zeigt aber deutlich weniger als den tatsächlichen Ausschnitt. Dabei muss man darauf achten, dass bei kurzen Motivabständen durch den Sucher, am oberen Rand etwas mehr als auf dem tatsächlichen Bild angezeigt wird und deshalb abgeschnitten werden könnte. Kennzeichnungen oder Rahmen, die bei geringen Entfernungen helfen, gibt es im Sucher nicht.

A630 mit ausgeklapptem DisplayDer Griff, in dem die 4 Batterien/Akkus Platz finden, ermöglicht einen sicheren Halt der Kamera, auch wenn die Oberfläche eher glatt gehalten ist.
Die Klappe für Netzteil, USB und TV Anschluss an der rechten Seite wirkt (üblich) wackelig. Etwas stabiler erscheint der Verschluss des Akku/Speicherkartenfachs zu sein. Auch wenn diese Art der Verschlüsse nicht wirklich stabil wirkt, hat sie sich dennoch in den letzten Jahren als unproblematisch erwiesen.

KircheBedienung, Display und Funktionen

Dass die A630 zur gleichen Zeit wie z.B. die Canon Powershot A710IS entwickelt wurde, merkt man sofort. Sowohl die Anordnung der Bedienungselemente, als auch die Menüfunktionen sind fast völlig identisch. Deshalb verweise ich in diesen Punkten (und auch beim Zoom, Anschlüssen, Speicherkarten, Videofunktion, Zubehör und Software) auf meinen Bericht der A710IS, werde in diesen Punkten hier nur die kleinen Unterschiede beschreiben und auch einige vergleichende Wertungen abgeben.

Unterschiede zur Canon Powershot A710IS:

  • Die Taste zum Umschalten von Aufnahme und Wiedergabe ist waagerecht angeordnet und ist etwas flacher als bei der A710IS. Dadurch ist die Bedienung mit dem Daumen etwas ungünstiger.
  • Die An-/Aus-Taste ist etwas größer und griffgünstiger platziert.
  • Das Gewinde für das Stativ ist in der Mitte der Unterseite, so dass es auch bei der Nutzung von Ministativen keine Probleme gibt.
  • sonnenuntergangIm Display wird der Zoombereich nicht wie bei der A710IS als farbiger Balken (optisch/smart/digitalzoom) angezeigt. Leider gibt es während der Nutzung des optischen Zooms bei der A630 keinerlei Rückmeldung auf dem Display. Erst ab dem Erreichen des Digitalzooms wird - wie bei der A710 – die Gesamtzoomstufe als Zahl angezeigt – also z.B. 6x oder 12x
  • Viele der möglichen Einstellungen wirken sich bei beiden Kameras auf alle (Automatik)Modi aus. Die A630 bietet am Wahlrad zusätzlich die sehr praktische und sinnvolle Einstellung „C“ für Custom (=benutzerdefiniert) an. In diesem Modus können praktisch alle Einstellungsmöglichkeiten verändert und über das Menü abgespeichert werden. Dies gilt auch für die aktuell eingestellte Brennweite, den Digitalzoom (auch wenn der ansonsten abgeschaltet ist) oder die Makroeinstellung.
  • Da die A630 über keinen Bildstabilisator verfügt, gibt es im Menü natürlich auch nicht die entsprechende Auswahl

Ernie per Zoom und MakroWie die meisten Canon Kameras hat auch die Powershot A630 den Automatik Modus „Auto“, der mit auffällig grüner Schrift auf dem Funktionsrad hervorgehoben wird. Hier wird vor allem dem weniger versierten Anwender ein Programm angeboten, bei dem viele Einstellungsmöglichkeiten unterdrückt werden.
Grundsätzlich ist es so dass bei allen mir bekannten Canon Kameras 2 LEDs vor dem Knipsen über den Status informieren. Dass die obere LED die Belichtung anzeigt und die untere den Autofokus, ist dabei für den „Auto“ Benutzer weniger wichtig. Man muss nur darauf achten, dass keine der beiden LEDs blinken, denn dann ist die Belichtung und Schärfe korrekt eingestellt. Hier würde ich mir zumindest die Einstellung wünschen, dass man bei blinkenden LEDs überhaupt nicht auslösen kann, was nämlich leider möglich ist. In vielen Jahren Canon Kameras habe ich es meiner Freundin nicht klarmachen können, dass sie in diesem Fall nicht fotografieren soll.

Geschwindigkeit

Schloss Bad IburgDie PS A630 ist absolut schnappschusstauglich.
Vom Druck auf den Einschaltknopf bis zum Auslösen vergeht nur eine gute Sekunde und weniger als 2 Sekunden, bis das erste Foto „im Kasten“ ist. Bei schwierigen Verhältnissen, wie z.B. wenig Licht, benötigt der ansonsten schnelle Autofokus natürlich etwas mehr Zeit.

Bei Serienbildaufnahmen sind knapp 2 Bilder pro Sekunde möglich. Mir gelangen maximal 108 Bilder pro Minute. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass bei maximaler Qualität hier auch die Geschwindigkeit der Speicherkarte eine Rolle spielt. Insofern ist meine Angabe als Maximalwert zu verstehen.
Bei Verwendung des Blitzes reduzieren sich die Serienbilder auf max. 1 Bild pro Sekunde, wobei hier natürlich die erforderliche Blitzleistung und dadurch auch die Blitzladung eine Rolle spielt. So schwankte dies bei meinen Tests zwischen 45 und 59 Bilder pro Minute.

Der Zoom

Der 4fach optische Zoom hat eine gute bis befriedigende Lichtstärke.
Der Zoombereich ist mit nur 9 Stufen recht grob abgedeckt. Im Vergleich hat die Zoombereich der A630A710IS bis zur Brennweite 140mm immerhin 3 Stufen mehr und dabei auch das etwas lichtstärkere Objektiv. Im Bericht verwende ich zur besseren Vergleichbarkeit immer die umgerechneten Werte im Verhältnis zum Kleinbildfilm.

Stufe

echte mm

Kleinbild mm

Blende

1

7,3

35

2,8

2

8,5

41

3,2

3

9,6

46

3,2

4

10,9

52

3,2

5

12,6

60

3,5

6

14,9

72

3,5

7

17,3

83

3,5

8

21,7

104

3,5

9

29,2

140

4,1

Das Zoomen geht zügig, wenn bei erster und letzter Stufen etwas langsamer. Der Geräuschpegel dabei ist deutlich vernehmbar, aber nicht unangenehm.
Ansonsten verhält sich der Zoom wie bei der A710IS, bietet als feste Zoomfaktoren aber 1,6 und 2 an.

a630blitzbereichww

Der Blitz

Der Blitz ist für eine Kompaktkamera ausgesprochen stark und erreicht locker die von Canon angegebenen Werte.
In den Beispielfotos kann man gut erkennen, dass selbst mit geringeren ISO Empfindlichkeiten recht große Entfernungen überbrückt werden können. Dabei wurden diese Bilder im abgedunkelten Raum ohne Kunstlicht aufgenommen. Das linke Blatt (auf dem Tisch) ist ca. 4, das rechte Blatt (auf dem Stuht) etwa 6 und das Fenster/Gardine ungefähr 8 Meter vom Objektiv entfernt.

a630blitzbereichtele

Durch die Ladezeit des Blitzes entstehen kaum merkbare Wartezeiten, was aber auch daran liegt, dass sofort wieder das (Sucher)bild angezeigt wird, die Kamera voll bedienbar ist und ggf. nur noch kurz das Blitzsymbol bis zur Aufladung blinkt.

a630ausleuchtung
Die Ausleuchtung ist nur bei den beiden kleinsten Zoomstufen etwas ungleichmäßig. Hier fällt die Helligkeit am Rand dann etwas ab. In der Praxis ist das natürlich weit weniger auffällig, als bei der Ablichtung einer weißen Wand.

normaler Blitz bei MakroaufnahmeBlitz -1 bei MakroaufnahmeDer Blitz ist in 13 Stufen (+-2 Blenden) regulierbar. Dies ist auch durchaus wichtig, weil es durchaus vorkommen kann, dass die A630 etwas zu hell blitzt. Dies sollte man vor allem bei Nahaufnahmen berücksichtigen. Bei den vier Blumenbildern kann man dies deutlich erkennen. Das Bild oben links ist mit 35mm und Makro aufgenommen und man kann deutlich die Auswirkung des zu starken Blitzes erkennen. Standardblitz - ZoomaufnahmeBlitz -2 bei MakroaufnahmeDie beiden rechten Bilder sind mit einem Blitz von -1, bzw. -2 fotografiert und erkennbar besser ausgeleuchtet. Bei der letzten Aufnahme (unten links) habe ich mich weiter vom Motiv entfernt und dann mit dem Zoom wieder auf die gleiche Größe gebracht. Obwohl der Blitz hier wieder auf Standardstärke (0) stand, ist das Ergebnis gut.

Die Bildqualität

Schärfe in der MitteVon der Bildqualität bin ich wirklich begeistert. Die Farben sind sehr neutral, aber dennoch kräftig und lebensecht. Dabei kann man sich bei den meisten Situationen auf den automatischen Weißabgleich absolut verlassen, obwohl sowohl verschiedene Voreinstellungen, als auch ein manueller Weißabgleich natürlich vorhanden sind.

Schärfe am RandDie Schärfe erscheint mir noch etwas ausgewogener als bei der schon guten A710IS. Diese hohe, aber nicht unnatürliche Schärfe fällt über den ganzen Brennweitenbereich (35-140mm) nur kaum merkbar ab. Auch der Schärfenabfall am Rand ist so gering, dass er nur bei seltenen Aufnahmen überhaupt zu erkennen ist.

Bisher war meine alte S50 immer noch die Referenz. Die A710IS lag fast auf gleichem Niveau – die A630 erscheint mir nun mindestens gleichwertig zu sein.

Rauschverhalten / ISO

ISO 80ISO 100ISO 200ISO 400ISO 800

 

 

 

Mit einem 1/1,8 CCD Sensor sollte die A630 hier nicht nur ein gutes Ergebnis liefern, sondern (zumindest theoretisch) auch Kameras mit kleinerem 1/1:2,5 Chip klar überlegen sein. Natürlich versuchen alle Kamerahersteller dieses Manko durch eine Software Bearbeitung rauscharm zu halten. Dabei ist aber darauf zu achten, dass feine Strukturen nicht gleichermaßen mit dem Rauschen entfernt werden.
Canons DIGIC II Prozessor macht seine Sache in der A710IS wirklich gut. Das Ergebnis in der A630 liegt auf vergleichbarem und nur kaum merkbar besserem Niveau. Gegenlicht
Rauschen bleibt bis 200 ISO kaum sichtbar. Gleichzeitig bleiben feine Strukturen erhalten. ISO 400 stellt einen noch gut erträglichen Kompromiss dar. Nur ISO 800 sollte man nur in „Notfällen“ nutzen, wenn das Blitzen verboten oder aufgrund der großen Entfernung nicht möglich ist
Auch bei der A630 kann man zwischen ISO Automatik (normal und hi) wählen. Da diese aber oft unnötig schnell den ISO Wert erhöhen, empfiehlt es sich den Wert manuell einzustellen. Dies ist allerdings in der „Auto“ Automatik nicht möglich, weshalb ich diese auch üblicherweise nicht nutzen würde.
Eine ISO – Bis - Automatik Einstellung würde ich mir wünschen, bei der man die Obergrenze (bei der A630 wäre ISO 200 sinnvoll) festlegen könnte.

Videos

Ausstattung und Funktion bei der Videoaufnahme entsprechen praktisch der A710IS. Lediglich beim Filmen mit vollem Zoom vermisst man den Bildstabilisator etwas und hat es nicht leicht, die Kamera ruhig zu halten.
Die Videoqualität ist gleichermaßen sehr gut, die Tonqualität mäßig.

Batterie / Akku

Canon Powershot A630 von untenAuch die A710 sollte man möglichst mit Akkus betreiben. Bei starken Akkus wird man nicht nur mit einer langen Laufzeit belohnt, sondern schon auch die Umwelt.

Leider hat auch die A710 nur eine Warnung bei (fast) zu leerem Akku. Da man somit keine Anzeige über den noch ungefähren Ladestand hat, wird man entweder gezwungen möglichst volle Akkus einzulegen oder aber 4 Ersatzakkus mitzunehmen. Zwar ist es durchaus zu begrüßen, dass Canon auf Standard AA (Mignon) Zellen zurückgreift, 4 Stück wiegen aber immerhin ca. 110 Gramm und machen die Wahl einer etwas größeren Kameratasche nötig.

Aufgrund der (für diesen Test schon lästig) langen Betriebzeit mit einem Akkusatz, habe ich dies nur einmal geprüft. Dabei habe ich pro Stunde jeweils 15 Minuten Fotos ohne Blitz, 15 Minuten Bildershow, 15 Minuten Fotos mit Blitz und erneut 15 Minuten Bildershow gemacht. Zum Test habe ich Discounter-Akkus mit 2300 mAh verwendet.
Nach 4,5 Stunden war bei Serienaufnahmen mit Blitz kein Nachlassen der Ladezeit zu erkennen. Die oben angegebenen 45 bis 59 Bilder pro Minute wurden weiterhin erreicht.

HofNach 7 Stunden habe ich den Test dann abgebrochen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich ca. 800 Bilder gemacht. Bei den letzten Blitzaufnahmen in der 7. Stunde war eine längere Wartezeit klar zu erkennen.
Anschließend habe ich innerhalb von 30 Minuten noch einmal 200 Fotos gemacht – also insgesamt 1000. Die Blitzladezeit verlängerte sich noch einmal – Fotos ohne Blitz waren aber ohne erkennbaren Nachteil weiterhin möglich und die Batteriewarnung war immer noch nicht zu sehen.

Insgesamt also eine außerordentlich gute Akkulaufzeit – auch wenn ich sie letztlich nicht konkret benennen kann.

Fazit

Die Canon Powershot A630 ist eine klasse Digitalkamera.
Für (aktuell) um 250 Euro erhält man einen Fotoapparat mit vielen Stärken und wenn überhaupt, dann nur minimalen Schwächen. Hervorragagende Bildqualität mit ausgewogenen Farben und gleichmäßig guter Schärfe bei einem riesigen Funktionsumfang mit dennoch eingängiger Bedienung, sinnvolles Klappdisplay und eine sehr lange Akkulaufzeit machen die A630 zu einer unbedingten Kaufempfehlung.

grastelekIm Vergleich zur schon sehr guten Powershot A710IS setzt die A630 in vielen Bereichen noch einen drauf, wenn auch oft nur eine Nuance und ist objektiv die etwas bessere Kamera. Da letztlich beide eine sehr gute Bildqualität und einen vergleichbaren Preis haben, dürften beide Geräte ihre zu Recht zufriedenen Käufer finden. Die A710IS kann mit dem größeren Zoom, der/dem geringeren Größe/Gewicht und dem optischen Bildstabilisator punkten. In vielen anderen Details hat die A630 leicht die Nase vorn, bei Display, Blitz und Akkulaufzeit sogar einen deutlichen Vorsprung

Hier können nun (am besten mit rechtem Mausklick und dann speichern unter) einige der oben enthaltenen Bilder in voller Auflösung heruntergeladen werden. Teilweise befinden sich zum besseren Vergleich vergleichbare Aufnahmen im Canon A710IS Testbericht zum Download.:

Kirche
Hof
Sonnenuntergang
Windmühle
Wiese/Schärfetele
Wiese/Schärfeweitwinkel
Ernie
Gegenlicht
Schloss

Wenn Euch dieser Bericht gefallen/ geholfen hat, dann freue ich mich über einen Eintrag in meinem Gästebuch. Fragen oder Fehlermeldungen bitte per Email!

Hintergrundbilder über und unter Wasser hier downloaden!