Benq DC C540

Testbericht 3/2007

Vielfältige Funktionen, nicht immer optimale Bildqualität.

 Von den Daten ausgehend ist die Benq DC C540 ein wirkliches Schnäppchen.

Benq DC C540 von vorneNur ca. 100 Euro für eine schicke, kompakte Digitalkamera mit 5 Megapixel, optischem 3fach Zoom und sowohl automatischem Betrieb, aber auch Zeit-/Blendenvorwahl und vollständig manuellem Betrieb ist ein wirkliches Schnäppchen. Weitere Highlights sind die vielen Automatikprogramme und die abschaltbare, stufenlose ISO Automatik
Auch wenn bei manchen Käufern andere Aspekte wie Aussehen, Gewicht oder Displaygröße eine entscheidende Rolle beim Kauf haben, sollte doch zuerst einmal die Bildqualität stimmen.

Äußerliches

benqhintenkDie C540 ist klein, überwiegend aus Kunststoff und durchaus als schick zu bezeichnen.
Der Bezug der vorderen linken Seite mit Kunstleder ist sicherlich nicht jederfraus Geschmack, trägt aber dazu bei, dass der Nutzer die Kamera etwas sicherer greifen kann – zumindest, wenn er Rechtshänder ist.
Auf der Rückseite dominiert das 2,5“ große Display und rechts daneben etwas gedrängt diverse Tasten. Dennoch gelingt es auch Männern mit größeren Händen die Tasten zuverlässig zu bedienen. An der Oberseite befindet sich ausschließlich der Auslöser und der An/Ausschalter. Auch die Zoomwippe ist an der Rückseite (oben) angebracht und so recht gut mit dem Daumen zu erreichen, während der Zeigefinger auf dem Auslöser „wartet“.
Das Fach für Batterien und gleichzeitig die SD Karte ist wie üblich an der Unterseite angebracht und hat einen recht robust erscheinenden Mechanismus.
An der Seite befindet sich hinter einen kleinen Gummiabdeckung der USB Anschluss

Bedienung

GegenlichtaufnahmeSolange die Kamera aus ist, ist sie nur eingeschränkt Schnappschuss tauglich. Das liegt daran, dass der Powerknopf ca. eine Sekunde gedrückt werden muss, damit sich das Gerät einschaltet. Keine praktische Lösung, denn im Zweifel ist das die Sekunde zuviel und das Motiv der Begierde schon wieder verschwunden. Ansonsten ist die Kamera aber ein durchaus zeitgemäßer Vertreter seiner Zunft – auch bei der sonstigen Geschwindigkeit.
Alle Tasten sind als reine elektronische Drucktasten ausgelegt. So kann man leider keine Einstellungen vor dem Einschalten vornehmen, wie z.B. an Kameras mit Einstellrädern für die wichtigsten Funktionen. Wer also z.B. ein Video aufnehmen möchte, der muss das nach dem Anschalten erst über die Menütasten anwählen und wer „nur“ fertige Bilder betrachten will, kann das Ausfahren des Objektivs nicht verhindern.
Insgesamt weist die Bedienung aber keine besonderen Hürden auf. Alle Menüpunkte sind (nach entsprechender Einstellung) in deutscher Sprache angegeben. Allerdings muss man sich manchmal schon etwas lange durch das Menü hangeln, bis man beim gewünschten Punkt angekommen ist.

GartenaufnahmeFür die reichlich vorhandenen Automatik und Programmfunktionen ist ein extra Menü (Knopf) vorhanden. Inwieweit z.B. eine Einstellung für „Text“ oder „Lebensmittel“ sinnvoll ist, liegt sicherlich im Auge des Betrachters. Die beiden wichtigsten Funktionen „Programmautomatik“ und „Video“ sind sinnvoller weise an erster Stelle und damit auch am schnellsten anzuwählen. Diese Auswahl bleibt auch nach dem Ausschalten erhalten.
Die Blenden-, Zeitautomatik und den manuellen Betrieb wählt man mit einem anderen Knopf an, wobei man hier kein Menü erhält, sondern einfach zwischen diesen 3 Steuerungsarten hin- und herschaltet. Keine Ideale, aber eine durchaus vertretbare Lösung.
Ein übliches Steuerkreuz, bzw. besser: Steuerkreis, dient während der Wiedergabe zum Blättern durch die aufgenommenen Bilder. Natürlich können die Bilder auch dabei mit der Zoomwippe vergrößert werden.
Im Aufnahmebetrieb ist der Steuerkreis mit Blitz und Makro Umschaltungen sinnvoll belegt, so dass diese wichtigen Funktionen schnell erreichbar sind.

Das Display

Nahaufnahme mit BlitzDas 2,5“ große Display hat ca. 150.000 Pixel und dadurch eine ansprechende Auflösung und Schärfe. Die Helligkeit ist gut, die seitliche Ablesbarkeit nicht. Auch bei größerer Helligkeit (Sonne) bleibt das Display noch ablesbar. Dies ist auch unbedingt erforderlich, da die C540 über keinen optischen Sucher mehr verfügt.
Alle wichtigen (und auch unwichtigen) Einstellungen werden gut lesbar auf dem Display angezeigt., wobei manche der Symbole etwas sprechender sein könnten. Sollten diese vielen Informationen und Symbole stören, kann man deren Anzeige auch abstellen.

Funktion

Wie üblich hat auch die Benq Kamera einen zweistufigen Auslöseknopf. Nach leichtem Druck wird die Entfernung per Autofokus und die Belichtung eingestellt. Hält man den Auslöser halb gedrückt, schwenkt dann aber zu einem anderen Motiv, bleiben die Messwerte (Blende/Zeit) gespeichert. Dass neben diesen Werten auch noch der automatisch gewählte ISO Wert angezeigt wird, ist leider keine Selbstverständlichkeit bei Digitalkameras. Vor allem fortgeschrittene (Hobby)Fotografen werden dies genau so wie die (halb)manuellen Funktionen sehr zu schätzen wissen.

bei weniger LIcht ist ein Scharfstellen eine GeduldsprobeLeider funktioniert der Autofokus nicht in allen Situationen zuverlässig. In vielen Situationen, in denen meine Vergleichskameras anstandslos scharf stellten, patzte die C540 und quittierte das mit einem lästigen Blinken. So gelang es mir z.B. nicht auf blauen Himmel mit einzelnen Wolken oder ein klein bedrucktes weißes Papier scharf zu stellen. Sobald ein Raum nur matt beleuchtet wird, mutiert das Schafstellen zu einem Gedulds- und Glücksspiel. Natürlich haben alle Kameras bei Dunkelheit und großen einfarbigen Nur mit viel Geduld und Glück sind solche schafen Aufnahmen möglichFlächen solche Probleme. Bei der Benq liegt dies aber weit unter dem Klassendurchschnitt. Natürlich kann man auch ohne korrektes Schafstellen knipsen. Das Ergenis sieht man in dem oben Bild. Nur mit viel Geduld und etwas Glück stellt der Autofokus dann auch bei weniger Licht einmal scharf (Bild rechts,unten). Dabei war es im Raum nicht wirklich dunkel. Lesen war noch problemlos ohne zusätzliches Licht möglich (unteres Bild). Eine manuelle Entfernungseinstellung, die dies umgehen könnte, gibt es leider nicht. Anscheinend war dem Hersteller dieser Mangel aber durchaus bewusst und hat der Kamera eine weitere Einstellung „[PF]“ spendiert. Möglicherweise ist diese Funktion tatsächlich erst nach den herstellereigenen Tests hinzugefügt worden, denn sie taucht nicht im Handbuch auf. Hinter diesem [PF] verbirgt sich anscheinend ein Fixfokus, denn nach Anwahl dieser Einstellung entfällt die kurze Wartezeit auf die Scharfstellung komplett. Vor allem Fotos aus geringerem Abstand sind damit aber nicht zu empfehlen.
Grundsätzlich ist das sicherlich keine schlechte Idee. Und so kann man – wenn auch nicht mit optimaler Entfernungseinstellung – immerhin überhaupt knipsen. Einen gut funktionierenden Autofokus kann und darf  das aber niemals ersetzen.

benq04kDie Auslösezeit ist ausreichend schnell – und kann durch die bereits genannte [PF] Einstellung noch einmal verringert werden, so dass man sehr schnelle Schnappschüsse machen kann (wenn man die Kamera nicht erst noch anschalten muss. s.o.)
Dabei funktioniert die Belichtung schnell und zuverlässig.

Natürlich kann man verschiedene Bildgrößen und Komprimierungsstufen wählen. Volle 5 MP, 3:2 und 16:9 Auflösung bei der oben und unten dann ein Rand eingeblendet wird und die Auflösung dementsprechend keine vollen 5 MP mehr erreicht. Zusätzlich sind auch noch 3 MP, 1 MP und VGA Auflösung anwählbar.
Darüber hinaus sind noch viele weitere Einstellungen änerbar:

  • Belichtungsmessung mittenbetont, Mehrpunkt oder Punkt;
  • Weißabgleich automatisch, situationsbezogen oder manuell
  • ISO automatisch oder manuell
  • Belichtungskorrektur in +-6 Stufen
  • Einzelaufnahme, Mehrfachaufnahme, Selbstauslöser
  • Hervorheben von Bildschirmbereichen
  • Schärfe
  • Farbeinstellung
  • Datumseinblendung
  • Digitalzoom an/aus

Insgesamt also eine wirklich beeindruckende Ausstattung.

Bildqualität

Osnabrück, AußenaufnahmeAuch wenn einige meiner Testfotos von durchaus guter Qualität waren, gab es insgesamt einfach zu viele Ausreißer unter den Ergebnissen. Zwar sind die Farbwiedergabe und die Belichtung grundsätzlich gut. Dies kann man von der Schärfe in vielen Fällen aber nicht behaupten. Dies könnte bei einigen Aufnahmen zwar auch am schlechten Autofokus liegen. Aber auch bei grundsätzlich (recht) scharfen Fotos verlieren die Aufnahmen zum Rand hin deutlich.

Batterie / Akku

Benq DC C540 von UntenDie Benq Digicam wird durch 2 AA Zellen mit Strom versorgt. Die mitgelieferten Alkali Batterien habe ich nicht getestet, denn natürlich lässt sich die Kamera kostengünstiger mit Akkus betreiben. Üblicherweise laufen Digicams mit Akkus über 2000 mAh auch deutlich länger als mit Batterien.
Damit die Batterieanzeige korrekt funktioniert, muss dann aber im Menü auf Akku umgeschaltet werden. Diese Umschaltung scheint aber nicht den rgewünschten Effekt zu bringen.
Bei mir hat die Kamera mit manchen Akkus (Aldi, 2300 mAh, Lidl, 2400 mAh) erhebliche Probleme gemacht und bereits nach wenigen Minuten/Bildern abgeschaltet. Natürlich laufen diese Akkus in anderen Geräten problemlos.

Etwas mehr Erfolg hatte ich mit älteren 1700mAhgute Schärfe in der Bildmitte Akkus. Ohne dass ich beim Testen sehr lange mangelhafte Schärfe, vor allem am linken Randdie Bilder betrachtete, reichte eine Akkuladung lediglich für ca. 80 Aufnahmen, wovon die meisten immerhin mit Blitz aufgenommen waren. Aber auch bei diesen Akkus signalisierte die Akkuanzeige der Kamera bereits nach gut 30 Bildern einen fast leeren Akku. Aus- und wieder Anschalten half aber in diesem Fall weiter. Danach wurde der Akku erstmal wieder als voll angezeigt.

Die Restanzeige kennt dabei übrigens nur 3 Stufen und hat sich bei mir nicht unbedingt als besonders zuverlässig erwiesen.

Blitz

benq01k Die Blitzleistung ist, wie man es für eine Kamera dieser Größe erwarten kann, nicht gewaltig, aber durchaus akzeptabel. Auch die Aufladezeit bis zum nächsten Blitz ist ok.
Warum es mir hin und wieder im Automatikmodus nicht gelang den abgeschalteten Blitz wieder auf Automatik zu setzten, konnte ich nicht sicher aufklären. Vermutlich schaltet die Kamera bei nachlassendem Akku den Blitz einfach ab und lässt dann auch kein Anschalten mehr zu. Einen Hinweis, bzw. Warnung auf dem Display gab es aber nicht.

Video

Es können Videos in 160*120, 320*240 und voller VGA Auflösung aufgenommen werden.
Videos mit 640*480 Punkten haben eine wirklich gute Qualität; der Ton ist sehr bescheiden.

Lieferumfang

An Schärfe mangelt es oftTrotz des geringen Preises kann man über den Lieferumfang nicht meckern. Zwar liegt keine Speicherkarte bei, so dass man sich nach dem Auspacken erst einmal mit den 8 eingebauten Megabyte behelfen muss. Speicherkarten sind ja mittlerweile extrem günstig. 2GB Karten werden problemlos erkannt, 4 GB nicht.
Neben einer Trageschlaufe, den Batterien und den üblichen Kabeln (USB, TV) liefert Benq als einer der wenigen Hersteller die komplette Anleitung in gedruckter Form mit. Darüber hinaus ist sogar eine Tasche im Lieferumfang!
Die mitgelieferte Ulead Software umfasst mit Video Studio, Photo Explorer und Photo Studio mehr als nur brauchbare Programme.

Fazit

Es ist wirklich bedauerlich:
Eine kompakte Kamera mit einer beeindruckenden Funktionsvielfalt mit einem guten und großen Display, mit einem fairen Lieferumfang sind Zutaten für ein Top Produkt.
Die Fokus Probleme, die geringe Akkulaufzeit und ungenaue Akkuanzeige sowie die Randunschärfen machen erlauben für diese Kamera aber nur eine Empfehlung: Geld sparen und eine andere kaufen!

Wenn Euch dieser Bericht gefallen/ geholfen hat, dann freue ich mich über einen Eintrag in meinem Gästebuch. Fragen oder Fehlermeldungen bitte per Email!

Hintergrundbilder über und unter Wasser hier downloaden!